Nach dem schnellen Abendessen, Kartoffelsuppe aus der Dose und dem letzten Schluck „Amarula“ war ich, Juliane, sehr lustig und wir haben schön zusammen gespielt. Bonjour Madame, ein Spiel, dass ich schon als Kind gespielt habe und jetzt den Kindern beigebracht habe.
Doch am frühen Morgen fragte ich mich, ob ich Salomeas Vermutung, mein und Mattheas Reisepass sei beim Stammbuch, nicht mal überprüfen sollte, denn das letzte Mal hatte ich sie in Swakopmund gesehen. Die Unruhe trieb mich aus dem Bett und ich räumte meine ganze Tasche aus, beim Stammbuch waren sie nicht und auch sonst nirgends in den vielen Sicherheitstaschen, die ich mit hatte. In mir reifte die Gewissheit, die Pässe sind weg. 😨😱
Leichte, bis mittelschwere Panik ergriff mich. Ich hatte alle fünf Pässe im Bauchgurt bis ich drei davon in Franks Verantwortung gegeben habe in Swakopmund. Zwei habe ich behalten, aber wohin getan? Um 8.00 Uhr morgens rief ich Franklin an, den Verwalter des Appartement. Ich glaube, ich habe ihn geweckt, war aber trotzdem ganz freundlich. Er versicherte mir er würde nachschauen, aber erst morgen. Noch war Frank total entspannt und gewiss, dass ich sie an einen sicheren Ort getan hatte. So fuhren wir erst Mal weiter, die längste Strecke der Tour, 430km, aber und das ist echt ein Unterschied, paved road, Asphaltstraße.
Nach 95 km kamen wir zum Lake Otijkoto, das bedeute „tiefes Loch“ in der Hererosprache. 1915 als sich die Deutschen Schutztruppen zurück ziehen mussten, versenkten sie einen Großteil ihrer Ausrüstung, Kanonen, Munition und Gewehre darin. Der See war ganz nett, schön war der Park drumherum, besonders der Pythonbaum, der sich um andere Bäume wie eine Python schlingt. Beine vertreten war eine gute Abwechslung und dann weiter bis zum Sparmarkt in Grootfontein. Tanken, Vorräte auffüllen und weiter gehts. Leider haben wir keine Zeit für den Gottesdienst in der schwarzen Gemeinde gegenüber.
Die Fahrt verläuft zügig, nur ab und zu gibt es afrikanischen Stau, das sind dann Ziegen oder Rinder, die die Straße überqueren. Irgendwann meint Salomea wir müssten mal anhalten, ihr sei sehr schlecht. Sie sieht auch sehr weiß im Gesicht aus. Wir halten und sie steigt aus, zum Glück kann ich sie gerade noch davon abhalten sich auf die Ölverschmutzte Fahrbahn zu setzten und meine, sie solle sich an ihren Sitz lehnen, gehe weg von ihr, als sie ohnmächtig wird und zusammensackt. Matthea ruft, ich laufe, wir legen sie auf die Rückbank, Füße hoch und sie kommt langsam wieder zu sich. Sie trinkt, isst etwas und wir fahren weiter. Den Rest der Reise darf Salomea die Füße hoch auf die Mittelkonsole legen. Sie bleibt blaß.
Als wir in Rundu ankommen, führt uns unser Navi durch seltsame Nebenstraßen und jetzt fühlen wir uns wirklich in Afrika.
Da wir noch Zeit haben, besuchen wir wieder ein Freilichtmuseum, eines anderen Stammes, die am Fluss Kawango leben. Tatsächlich ist der Hausbau sehr unterschiedlich zu den Damara. Auch die Gesänge sind eintöniger. Wieder war es sehr interessant.
Glücklich und müde von der Fahrt, kommen wir in unserer superschönen Lodge an. Endlich mal wieder echte Betten. Die Kinder haben eine Suite mit freistehender Badewanne, toll. Wir freuen uns auf das Abendessen. Fisch aus dem Fluß für mich und die anderen nehmen Beef 🥩 und Frank Elandantilope. Alles ist sehr lecker und wir genießen den Abend. ![]()
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Ich hoffe, Salomea geht das es schon besser! Schade, dass ihr den Gottesdienst dort nicht besuchen konntet! Sie sind einzigartig! Und bitte die Pässe finden
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So geht’s ja nicht…!!!! Erst den Spannungsbogen spannen und dann den geneigten Leser im Regen stehen lassen…! Wo sind die Pässe jetzt abgeblieben..??? Sind sie doch nur zwischen die Sitze gerutscht…? Hat Salomea den Schwächeanfall überlebt, vorgetäuscht oder steckt evtl. etwas anderes dahinter…? Muss der Kinderarzt notfallmäßig aus der Praxis raus, eingeflogen werden…? Mehr davon morgen auf Ihrem Sender JuliTV bei RuschaufReisen (Geschichten aus der Wüste) Episode 12 um die gleiche Zeit…!!!
Viel Spaß Euch allen und kommt bitte gesund wieder…
Stephan
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