Wieder gab es ein tolles Frühstück. Allerdings haben wir ganz schön gefroren. Ich hatte Franklin morgens schon eine lange sms geschrieben, wo er bitte die Pässe suchen sollte. Denn mir war eingefallen, dass ich ja im hintersten Schrank alle Fotoapparate und alle Wertsachen versteckt hatte, vielleicht sind sie dort rausgefallen. Oder eben unter dem Bett.
Während des Frühstücks überlegten wir, wann wir die Botschaft anrufen, um Ersatzpapiere zu besorgen, gut, dass wir das Stammbuch mit hatten, aber kurz nach dem Frühstück kam der erlösende Anruf von Franklin, er hat die Pässe gefunden. Und er hat auch eine gute Idee, so dass wir nicht noch einmal nach Swakopmund fahren müssen. Ein Freund bringt sie nach Windhoek zu dem Besitzer des Appartement, dort holen wir sie am Montag morgen ab, der Flug geht ja erst um 17.00 Uhr. Hoffentlich klappt alles. Auf jeden Fall können wir die letzten 200 km bis zu unserem weitest entfernten Campsite beruhigt fahren. Rechts und links von der Straße liegen viele kleine Dörfer mit einfachen Blechhütten oder traditionellen riedgedeckten Rundhäusern. Die Vegetation hat sich auch geändert, es gibt viel mehr grüne Bäume, aber eben doch ganz andere als bei uns. Und die Kinder winken uns zu.
Da wir nicht lange fahren mussten, kamen wir gegen 13.00 Uhr am Campingplatz an, der gleichzeitig auch eine Lodge namens „Nunda“ ist. Die schöne Anlage mit vielen exotischen Blumen und Palmen ist sehr schön, vor der Lodge erstreckt sich eine sehr große Terrasse hoch über dem Kawangoriver. Wir genießen ein gekühltes Getränk und melden uns für die sundown Bootstour um 16.00 Uhr an.
Unsere Campsite ist Nummer 7, direkt am Fluss gelegen, das hatte ich schon im Januar gebucht. Und alle freuen sich über die Lage, bis wir mitten im Fluss die Krokodile entdecken. Ich hatte auch in einem Reisebericht gelesen, dass Hippos nachts das grüne Gras auf der campsite knabbern würden, aber daran glauben wir nicht so richtig, denn sie sind nicht zu sehen.
Nach ein bisschen Entspannung, gehen wir um 15.45 zum Bootsanleger, irgendwie haben wir immer noch nicht das afrikanische Zeitverständnis, denn außer ein paar Touristen ist kein Guide zu sehen. Nach einer Weile kommt sogar ein deutsch sprechender, der sehr geschäftigt wirkt und meint unsere Gruppe ist zu groß. Es ist nämlich eine Gruppenreise auf den Campingplatz gekommen, davon gibt es hier auch einige. Diese tun uns noch mehr leid als die anderen, denn sie sitzen in einem offenen Wagen. Zwar werden sie bekocht und gefahren und müssen nur beim Zelte aufbauen helfen, aber mit Fremden in einem engen Bus zusammen zu sitzen und die Selbstbestimmung aufzugeben, kann ich mir nicht vorstellen.
Egal, in Afrika ist man auch sehr flexibel. Nach 15 Minuten werden wir von einem Boot von der Nachbarlodge abgeholt und die Tour startet. Vorbei an unseren Krokodilen und an vier dicken Hippos, die an Land im Sand liegen. Wir sehen nur ihre Popos. Nach so viel unterschiedlichen Wüsten tut das Wasser richtig gut. Die Popa-Wasserfälle sind sehr klein und kein richtiger Wasserfall, trotzdem dürfen wir auf der Sandinsel aussteigen, um Fotos zu machen.
Der Guide erzählt noch Geschichten von Krokodilen und Hippos. Auf der Rückfahrt sind die Hippos im Wasser und wir sehen die Nasenlöcher aus dem Wasser hervor lucken. Hippos sind die gefährlichsten Tiere Namibias, sie sind sehr aggressiv und jedes Jahr sterben Menschen durch einen Angriff. Darum halten wir auch immer einen großen Sicherheitsabstand. Der Sonnenuntergang wird sehr schön, aber leider haben wir nicht so ganz viele Tiere gesehen, neben den genannten, sahen wir noch bunte Vögel und einen Otter.
Der Abend ging bei Feuer, gegrillten Kartoffeln, Chickenfleisch und Möhren zu Ende. Nachts wurde es sehr kalt und wir waren sehr froh die Schlafsäcke und die Decken dabei zu haben. Besonders morgens ist es echt kalt, obwohl uns alle gesagt hatten, im Caprivi ist es nicht so kalt.









